Ständige Vertretung der

(Permanent Representative of the)

Hutt River Province Principality

  

                                   

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Die Vorgeschichte:

Leonard Casley kauft eine der Station (Groß-Farm im Outback Autsraliens) in der Nähe von Northampton. Sie liegt am Hutt River. Er steht vor der Frage, wie er dieses Land gewinnbringend bewirtschaften kann. Er vergleicht seine Chancen mit den anderen Graziern (Farmer) der Stations. Diese halten in der Regel Rinder oder Schafe. 

Alle Grazier in Australiens Outback haben mit den gleichen Schwierigkeiten zu kämpfen: 

In Abhängigkeit von der Vegetation können Schafe und/oder Rinder oder nur Rinder gehalten werden. Verschiedene Wildpflanzen (z. B. Kletten) können die Haltung von Schafen unwirtschaftlich und damit unmöglich machen, weil sie die Wolle verderben. Halten die Grazier Schafe, werden außerdem einige davon von Dingos (australische Wildhunde) gerissen.

In regenreichen Jahren finden die Schafe ausreichend Futter. Sie bilden viel und gute Wolle. Doch auch alle anderen werden ebenfalls viel und gute Wolle produzieren. Darum wird der erzielbare Preis und der Gewinn trotz guten Woll-Ertrages gering sein. In regenarmen Jahren finden die Schafe nur wenig Futter. Die Wolle wird deshalb nur geringe Qualität haben. Auch die Quantität wird gering sein. Dafür wird der erzielbare Preis dementsprechend höher sein. Ähnlich verhält es sich mit dem Fleisch der Rinder. Fazit. egal, was der Grazier macht, die wirtschaftliche Zukunft lässt sich kaum positiv verädern.    

Davon will sich Leonard Casley abheben. Er beginnt durch ein Bewässerungsprogramm Getreide anzupflanzen. In dem ersten Jahr, in dem Leonard Casley eine gute Ernte einfahren kann, haben auch die Farmen in der Kornkammer von West-Australien im Süden gute Ernten. Also wird ein Gesetz erlassen, das die Produktionsmengen durch Abnahmebeschränkungen regelt. Leonard Casley sieht sich auf weniger als 10% seines normalen Einkommens beschränkt. Dagegen muss er auf dem Rechtsweg vorgehen. Leonard Casley verliert die Verfahren, denn auch Gerichte haben sich an die Vorgaben des Gesetzgebers zu halten. 

Die Abspaltung von Australien:

Enttäuscht sucht Leonard Casley nach der Legitimation der Gerichte in Australien. Und er wird fündig. Die Konstitution von Australien weist in der Tat einige Lücken auf. Diese Tatsache nutzt Leonard Casley. Er sagt sich 1970 mit seiner Station von Australien los und gründete den souveränen Staat "Hutt River Province". Gemäß eines alten Gesetzes aus dem 15. Jahrhundert (die Zeit der Entdeckungen)  unterstellt Leonard Casley dieses Land der englischen Krone.

Als nach der Wahl ein neuer Prime-Minister gewählt wurde droht dieser sofort einer Hochverratsanklage und  mit harten Strafen. Um dem zu entgegnen sucht Leonard Casley wieder einen Ausweg. Den findet er in einem anderen alten Gesetz. Diese Gesetz hat zum Gegenstand, dass Prinzen und seine Helfer nicht wegen Landesverrats angeklagt werden können. Es geht sogar noch weiter, denn es stellt jeden unter Strafe, der einen Prinzen und seine Helfer bei der Ausübung seiner Pflichten behindert. Da England eine Monarchie ist, wird die "Hutt River Province"  zum Fürstentum. Die Bewohner der HRP wählen den Administrator Leonard Casley zum Oberhaupt und er wird Prinz Leonard.

Um die Angelegenheit offiziell zu machen reist der frisch gebackene Prince Leonard nach Canberra. Er legt dem Parlament seine Abspaltungserklärung persönlich vor. Die Politiker wissen offensichtlich nicht, wie sie damit umgehen können oder sollen. Nichts passiert wirklich, außer...

Die Konsequenzen:

  1. Prince Leonard und die in der HRPP lebenden Personen zahlen keinerlei Steuern mehr. 
  2. Prince Leonard gibt eine eigen Währung heraus, den Hutt River Province Dollar.
  3. Prince Leonard  gibt eigene Briefmarken heraus.
  4. Prince Leonard  führt Visumspflicht ein.
  5. Verschiedene Gebäude werden errichtet. Unter anderem eine Kapelle, ein Laden und ein Postamt.
  6. An der Staatsstrasse werden Schilder errichtet "Willkommen in der Hutt River Province".

Jetzt wird die Hutt River Province plötzlich wahr genommen. Prince Leonard wird zu einem Unikum. Ein wahrer Reiseboom setzt ein. Viele wollen den "irren Prinzen" mal selber kennen lernen.

Mit so viel öffentlicher Aufmerksamkeit hat er nicht gerechnet.

Die Grundsätze der Politik:

Prince Leonard bekommt diverse durchaus verlockende Angebote aus dem In- und Ausland. Ein Kasino soll gebaut werden. Sogar ein Internationaler Flughafen wird geplant. Investoren und finanztechnische Glücksritter geben sich buchstäblich die Klinke in die Hand. Doch Prince Leonard lehnt alle Angebote für Investitionen ab. 

Die Schwierigkeiten im Alltag:

Zunehmend werden die Schwierigkeiten mit den australischen Behörden schwerwiegender. Die Post in Northampton schickt alle an Prince Leonard adressierte Post mit dem vermerk "Empfänger unbekannt" zurück. Auch das Finanzamt überlegt fieberhaft, wie es dem Steuerflüchtling beikommen kann. In dem Moment ist der Staus noch in der Schwebe. Da überlegt Prince Leonard,  wie er sich gegen die australischen Behörden nachhaltig zur Wehr setzen kann.

Die nachhaltige Sicherung des Bestehens der HRPP:

Er fährt ein zweites Mal nach Canberra und überreicht dort seine Kriegserklärung. Wieder sind die Parlamentarier mit den neuen Gegebenheiten überfordert. Die HRPP hat eine Ein-Mann-Armee!! Und zudem sind keinerlei Kriegswaffen in der HRPP vorhanden.

Ein wirklicher Krieg bricht nicht aus. Keiner der Kriegsgegner sieht sich zu irgendwelchen militärischen Aktionen veranlasst.  Prince Leonard  lässt geraume Zeit verstreichen und erklärt dann den Krieg für beendet. Er nimmt die Genfer Konventionen in Anspruch und bezeichnet sich zum Gewinner des Krieges nach anerkannten Internationalen Konventionen. Damit ist die HRPP der Gewinner des Krieges zwischen der HRPP und Australien nach internationalen Vereinbarungen. Eine militärische Lösung des Problems HRPP ist damit erst mal vom Tisch. 

Die zu meisternden Probleme werden jetzt viel profaner:

Prince Leonard  und mit ihm alle anderen Bewohner, die in der HRPP leben, verweigern die Zahlungen von Steuern an das Finanzamt von Perth mit dem Hinweis darauf, dass die HRPP ja aus australischer Sicht Ausland ist ....... und kommen damit offensichtlich durch. Steuern können fortan auch real nicht mehr in der HRPP erhoben und somit auch nicht eingezogen werden.

Die Post liefert keine Sendungen aus, die an Prince Leonard adressiert sind. Sie werden mit dem Hinweis "Empfänger unbekannt" zurückgeschickt. In der HRPP abgeschickte Sendungen erreichen die Empfänger nicht. 

Also zieht Prince Leonard vor den Kadi und gewinnt.

bulletDie australische Post wird verpflichtet, die an die HRPP oder an Prince Leonard  adressierten Sendungen ordnungsgemäß zuzustellen.
bulletDie australische Post ist Mitglied im Weltpostverband. Damit hat sie sich verpflichtet, ausländische Post - und damit auch die Sendungen aus der HRPP - zu befördern.

Allerdings erringt Prince Leonard vorerst nur einen Teilsieg. Sendungen aus der HRPP müssen vorerst auf der Rückseite frankiert werden (gemäß der australischen Postvorschriften ein für Aufkleber vorbehaltener Raum).

 
Vorderseite der von nun an aus der HRPP versendeten Post
 

 

Rückseite des selben Briefes

Das nächste Verfahren soll auch dieses kleine Problem lösen. Seit einigen Jahren wird die Post in der HRPP nun ganz normal frankiert und auch anstandslos befördert.

 
Vorderseite eines der letzten Briefe von 2003.

Das Problem ist wahrscheinlich inzwischen beigelegt.

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Stand: 27. Dezember 2006